Nov 09 2006
Online-Betrug bei Internet-Plattformen
“Mit großer Selbstverständlichkeit werden heute nahezu alle Arten von Waren “online” eingekauft. Auch hier versuchen Kriminelle, dieses Wachstum zu ihren Gunsten zu missbrauchen. Das kommt in steigenden Tatverdächtigungen und Verurteilungen im Bereich des bargeldlosen Zahlungsverkehrs zum Ausdruck. In Nordrhein-Westfalen sind im Bereich des Computerbetrugs und des Warenkreditbetrugs bei den polizeilichen Tatverdächtigen für das Jahr 2005 erhebliche Zuwächse zwischen 20 und 30 % im Vorjahresvergleich festzustellen. In welchen Dimensionen organisierte Täter hier vorgehen, macht ebenfalls ein bei einer nordrhein-westfälischen Staatsanwaltschaft anhängiges Ermittlungsverfahren deutlich, in dem eine Ermittlungskommission unter dem – wie ich meine – überaus treffenden Namen “EK Design” gegen sieben Hauptbeschuldigte wegen schweren Bandenbetrugs, Geldwäsche und Verstoßes gegen das Markengesetz ermittelt. Der Personenkreis wird verdächtigt, über das Internetauktionshaus “EBAY” in über 22.000 Fällen gefälschten Silberschmuck und gefälschte Bekleidungsstücke bekannter Designermarken verkauft bzw. versteigert zu haben. Die Plagiate wurden importiert, die Absender- und Empfängerpersonalien teilweise verfälscht. Die Verkaufserlöse wurden auf unterschiedliche Konten eingezahlt, die teilweise von Strohleuten eigens für diesen Zweck eröffnet wurden. Der bisher feststehende Verkaufserlös – zu Lasten rund 13.000 Geschädigter – nähert sich der 1 Mio Euro-Grenze.”
Aus der Pressemitteilung zur Rede von NRW-Justizministerin Müller-Piepenkötter zu dem Thema “Mobil, Global, Vernetzt: Ist die Justiz für den technischen Wandel gerüstet?” anlässlich der Justizpressekonferenz in Karlsruhe 09.11.2006
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