Jun 20 2008

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Flachbildschirme, Handys, Monitore – Betrug hinter guten Preisen versteckt

Das für Eckernförde und Altenholz zuständige Jugendschöffengericht verurteilte einen Angeklagten wegen zahlreichen Betrugsfällen bei . – Über das Vorgehen von halbprofessionellen Betrugs über wurde in der Lokalzeitung Kieler Nachrichten berichtet. Über den Sachverhalt, der dem Verfahren zugrunde lag berichtete die Zeitung wie folgt:

Als ´BenjaminT1983´ bot er diverse Elektronikartikel über den Anbieter Ebay an. Dafür ging er professionell vor: Über einen Freund – jenen Benjamin T. – ließ er eine Wohnung anmieten und dort einen Internetanschluss anmelden, über den er anschließend meistbietend Flachbild-Fernseher, Handys, Playstations und Computermonitore anbot. Der Absatz der Artikel war erfolgreich – kein Wunder, gingen sie doch zum Teil weit unter Marktwert weg. Der Haken dabei: Über die angebotene Ware hatte K. nie verfügt, die Käufer erhielten die gewünschten Artikel niemals, obwohl sie die Rechnungsbeträge sofort auf das Konto des Mittelsmannes überwiesen hatten. (kp, Kieler Nachrichten, 20.06.2008, S. 16)

Die Vergehen waren dabei nicht die ersten Taten des Angeklagten MK. Es lagen bereits Verurteilungen wegen Diebstahls, Urkundenfälschung und Körperverletzung im Jahr 2001, ein Verstoß gegen das Waffengesetz, Bedrohung und Nötigung im Jahr 2003 vor. Nun kamen als Anklagepunkte aus Taten aus dem Jahr 2006 mindestens 238 Fällen wegen Betrugs hinzu. Da der Angeklagte zu den Zeiten der Taten noch 21 Jahre war, konnte er mit der Anwendung des Jugendstrafrechts und einem milden Urteil rechnen.

Für die in diesen und ähnlichen Fällen Geschädigte gibt es in der Regel wenig Aussicht auf eine Rückzahlung der geleisteten Kaufpreise. Meist ist das Geld verbraucht. Und bei Vorkassezahlung sind auch die sonstigen Schutzmaßnamen des Käuferschutzes () nicht gegeben.

Dennoch urteilte das Jugendschöffengericht milde und folgte den ausgehandelten Vorschlägen von Anklage und Verteidigung. Diese sahen insb. die Aussetzung zur Bewährung auf drei Jahre für die Veruteilung auf zwei Jahre Haft vor. Grund war – so der o. g. Bericht – dass der Angeklagte nach Hauptschulabbruch in der sechsten Klasse sowohl eine Lehre als Metallbauer als auch den Realschulabschluss nachgeholt habe. Die Grundvoraussetzung für ein geordnetes Leben sei damit angestrebt worden. Schädliche Neigung lägen dennoch weiterhin vor, so der Richter gemäß der Darstellung in den KN.

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